Ein junger Mönch in einem Kloster kam einmal zu seinem Abt. „Pater“, sagte er, „ich glaube, ich kann nicht im Kloster bleiben. Es ist plötzlich alles so dunkel um mich herum, ich spüre nichts mehr.“Nach eine Weile sagte der Abt: „Ich erinnere mich gut, wie ich als junger Mönch eine Besorgung machen musste. Auf dem Rückweg im Wald wurde es schon dunkel und plötzlich so finster, dass ich den Weg nicht mehr fand. Es blieb mir eigentlich nur noch eines übrig!“ „Sie haben sicher gebetet!“ sagte der junge Mönch ganz eifrig. – „Ich habe mich hingesetzt!“ erwiderte der Abt, „und ich habe gar nichts getan! Ich habe ganz einfach gewartet, bis es hell geworden ist! Und dann hab’ ich den Weg zum Kloster ganz leicht und auch sehr schnell wieder gefunden! – Machen Sie nichts, mein Freund, machen Sie gar nichts! Setzen Sie sich hin und warten Sie, bis es hell wird!“So ist das. Es gibt sie wirklich, diese Situationen, in denen ich ganz einfach gar nichts tun kann, so wie ich in der Nacht auch nur darauf warten kann, dass es wieder Morgen wird. Es gibt diesen Sonnenaufgang auch in den Dunkelheiten unseres Lebens.