Pfarrkirche Ensfeld
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Innenansicht der Pfarrkirche
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Muttergottes vom Spindeltal
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Kirche

Ensfeld Katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

in Mörnsheim

Das älteste Zeugnis kirchlichen Lebens im Ort und zugleich die erste urkundliche Erwähnung birgt die vom Eichstätter Bischof Gundekar (1057 – 1075) in Auftrag gegebene Prachthandschrift, das Gundekarianum. Diese Handschrift enthält unter anderem auch eine Liste der Kirchweihen, die dieser Bischof vornahm. Unter der Ziffer 117 der Liste findet sich die Weihe einer Kirche in „Anesuelt“. Das genaue Jahr wird in dieser Liste nicht genannt, doch dürfte die Kirchweihe wohl um das Jahr 1073 erfolgt sein. Die Ursprünge der Pfarrei lassen sich nicht mehr genau zurückverfolgen, aber die Vermutung liegt nahe, dass auf Grund des Patroziniums, des hl. Johannes des Täufers, diese Kirche schon sehr alt sein könnte, vielleicht eine uralte Taufkirche, von der aus die umliegenden Ortschaften betreut wurden. 

Orts- und Baugeschichte: Das älteste Zeugnis kirchlichen Lebens im Ort und zugleich die erste urkundliche Erwähnung birgt die vom Eichstätter Bischof Gundekar (1057 – 1075) in Auftrag gegebene Prachthandschrift, das Gundekarianum. Diese Handschrift enthält unter anderem auch eine Liste der Kirchweihen, die dieser Bischof vornahm, darunter auch in „Anesuelt“. Das genaue Jahr wird in dieser Liste nicht genannt, doch dürfte die Kirchweihe wohl um das Jahr 1073 erfolgt sein. Die Ursprünge der Pfarrei lassen sich nicht mehr genau zurückverfolgen, aber die Vermutung liegt nahe, dass auf Grund des Patroziniums, des hl. Johannes des Täufers, diese Kirche schon sehr alt sein könnte, vielleicht eine uralte Taufkirche, von der aus die umliegenden Ortschaften betreut wurden. Der Ortsname dürfte Feld des Anto oder Ano bedeuten. Wer dieser Anto oder Ano war, ist nicht bekannt. Vermutlich besaß er hier einen Hof, den er bewirtschaftete, könnte also ein Großgrundbesitzer gewesen sein. Für die übrige Phase des Mittelalters existieren nur wenige Nachrichten. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts dürfte ein Um- oder Neubau der Kirche stattgefunden haben. Die quadratischen Untergeschossen des Chorturms werden dieser Zeit zugerechnet. Um wird 1480 mit Nikolaus Stainbach der erste namentlich bekannte Pfarrer erwähnt.

Nach dem Tod verstarb Herzog Georg des Reichen von Bayern-Landshut im Jahre 1503, in dessen Herrschaftsgebiet auch Ensfeld lag und des darauffolgenden Landshuter Erbfolgekrieges, kam es zur Gründung des neuen Territoriums Pfalz-Neuburg für die minderjährigen wittelsbachischen Prinzen Philipp († 1548) und Ottheinrich († 1559) im Jahr 1505. In die Regierungszeit Ottheinrichs sollten gleich mehrere Konfessionswechsel fallen. So wurde erstmals im Jahr 1542 die lutherische Lehre eingeführt. 1548 folgte durch den Ausgang des Schmalkaldischen Kriegs wieder den Glaubenswechsel zur katholischen Konfession. Eine erneute Wende brachte der sogenannte Hessen-Krieg, in dessen Verlauf die lutherischen Fürsten die kaiserliche Besatzung vertrieben. So konnte Herzog Ottheinrich 1552 wieder in sein Herrschaftsgebiet zurückkehren es erfolgte zum zweiten Mal der Wechsel zur lutherischen Konfession. Damit kam im Jahr 1553 auch das Ende der unweit des Ortes gelegenen Wallfahrtskirche im Spindeltal.

Im Jahr 1616 erhielten die protestantischen Geistlichen vom neuen Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm die Anweisung, die Pfarrhäuser zu räumen. Der Fürst selbst war im Zusammenhang mit der Heirat mit Magdalena von Wittelsbach 1613 heimlich katholisch geworden. 1617 wurde die katholische Lehre endgültig wiedereingeführt. Das Patronatsrecht erhielt das neu gegründete Koster der Barmherzigen Brüder in Neuburg / Donau.

Im Jahr 1618 brach der Dreißigjährige Krieg aus. Etliche Ensfelder suchten Schutz im nur wenige Kilometer entfernten Mörnsheim, wie die Einträge in den dortigen Pfarrmatrikeln für die Jahre 1636 bis 1643 beweisen.

Im 18. Jahrhundert begann die barocke Umgestaltung der Kirche unter Pfarrer Petrus Antonius Rüdiger Obenberger (1715 - 1734). Von der mittelalterlichen Kirche blieben die quadratischen Turmgeschosse mit Chor und wohl auch größere Teile des Langhauses erhalten. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts scheint der Turm in einem sehr schlechten Zustand gewesen zu sein. Erst nach langen, von Pfarrer Martin Heugl (1744 – 1769) geführten Briefwechseln wurden die Träger der Baukosten tätig, sodass aktiv, sodass 1763 ein neuer Turmoberbau errichtet werden konnte. Das Fürstbistum Eichstätt und Pfalz-Neuburg teilten sich die Baukosten für einen neuen oktogonalen Turmoberbau. 1781 wurde das Pfarrhaus erneuert.

Im 19. und 20. Jahrhundert fanden mehrere Renovierungen und Umbauten statt. 1930 kam der Sonderholzer Hof (erstmals 1297 als Eichstättischer Besitz erwähnt) zur Pfarrei Ensfeld, der in den Jahrhunderten davor zur Pfarrei Mörnsheim gehört hatte.

1931 kam auch die weithin bekannte Spindeltal-Madonna in das Gotteshaus.

Mit dem Zuzug Heimatvertriebener nach Kriegsende erhöhte sich auch die Zahl der evangelischen Christen für einige Jahre. Die heute in Ensfeld lebenden Lutheraner gehören zur evangelischen Pfarrei Solnhofen.

Im Jahr 1960 ging Pfarrer Joseph Hesse in den Ruhestand nach Eichstätt. Seitdem gibt es keinen eigenen Geistlichen mehr im Ort. Zunächst war der Tagmersheimer Pfarrer, seit 1979 ist der Mörnsheimer Pfarrer zuständig für die Seelsorge. Kirchlich ist die Pfarrei Ensfeld Teil des Pfarrverbandes Maria End (mit Dollnstein und Mörnsheim) und gehört zum Dekanat und Bistum Eichstätt. Politisch ist die ehemals eigenständige Gemeinde Teil der Marktgemeinde Mörnsheim und des Landkreises Eichstätt.

In den 1990er Jahren zeigte sich, dass die alten Balken stark vermorscht waren und die Stuckdecke des Langhauses nicht mehr lange tragen würde. Eine Innen- und Außenrenovierung von 1997 bis 1998 verhalf dem Gotteshaus zu neuem Glanz. Nach Feststellung entsprechender Schäden erfolgte 2018 eine weitere Renovierung des Äußeren von Kirche und Turm, sowie eine Erneuerung des Dachstuhls und des Glocken. Die Marktgemeinde Mörnsheim ließ 2019 den Friedhof neugestalten. Im Jahr 2020 folgte die Renovierung des ehemaligen Pfarrhauses.

Stuck: Der Stuck ist spätbarock, mit Akanthus, Korbband- und Akanthusvoluten, sich verästelnden Ranken und Linien, Früchten und Engeln mit eingestreuten Muscheln im Chor, Langhaus und an der Emporenbrüstung aus der Zeit um 1722. Der Meister war sicherlich Jakob Egg aus Eichstätt, von dem auch der Stuck der Kanzel stammt.

Deckengemälde: Die heutigen Deckengemälde wurden 1957 vom Maler Michael P. Weingartner geschaffen. Sie gliedern sich in zwei große Felder in der Mitte und jeweils und den Ecken und zwischen den beiden kleinere Felder. Die kleinen Fresken zeigen die Brustbilder der heiligen mit ihren Namen auf Spruchbändern darunter. Das erste kleine Feld, beginnend im Osten, stellt auf der Nordseite die hl. Notburga dar; gegenüber auf der Südseite der hl. Christophorus mit Signatur. Dann folgt das erste große Feld mit der Taufe Jesu im Jordan. Über Johannes dein Täufer, der Kirchenpatron, und Jesus schwebt der hl. Geist in Gestalt einer weißen Taube.

Dann auf der Nordseite das Bild des hl. Willibald, dem ersten Bischof von Eichstätt und gegenüber der hl. Äbtissin Walburga. Dann folgt ein Gemälde, das die hl. Maria als Beschützerin Ensfelds zeigt. Schützend breitet sie ihren weiten Mantel über das Dorf und die Kirche aus. Darunter das bayerische Wappen. Engel halten den weiten blauen Mantel, ein anderer das Spruchband mit der Aufschrift: „MARIA BREIT DEN MANTEL AUS“. Am Schluss, ganz westlich, schließlich die Brustbilder der hl. Barbara auf der Nord- und des hl. Leonhard auf der Südseite. Die Rahmungen sind mit aus Stuck geschaffenen Engelsköpfen geziert.

Ausstattung: Der Hochaltar ist eine Anlage mit seinem zweisäuligen Aufbau vom Ende des 17. Jahrhunderts. In der Rundbogennische befindet sich eine unterlebensgroße Figur des hl. Johannes des Täufers, bekleidet mit rauem Kamelhaar. Während er meist Jesus taufend dargestellt wird, hält er hier in der rechten Hand den Kreuzstab mit dem Spruchband „ECCE AGNUS DEI“ (= Seht das Lamm Gottes), in der anderen Hand ein Buch – das Alte Testament, in dem vom kommenden Messias berichtet wird - mit dem Christus als das Lamm Gottes darauf ruhend. Die Figuren der hl. Elisabeth und Zacharias, die heute auf Podesten an der Chorostwand zu beiden Seiten des Hochaltars aufgestellt sind, befanden sich früher seitlich des Hochaltarschreins. Das Medaillon im Auszug zeigt Gottvater. In der Kartusche darunter die Inschrift „DEO PATRI SIT GLORIA“.

Der nördliche Seitenaltar ist heute dem hl. Antonius von Padua gewidmet. Das Altarbild, das den hl. Antonius kniend im Gebet darstellt, flankieren Pilaster und Säulen. Dazwischen sind die Figuren der hl. Leonhard und Wendelin angebracht, um 1780. Bekrönt wird der Aufbau von Putten und Vasen. Im Auszug ist das Herz Mariens dargestellt. Der Altar wurde um 1770 geschaffen. Der südliche Seitenaltar ist im Aufbau dem nördlichen gleich. Den Schrein ziert ein Gemälde mit der Darstellung der Schmerzhaften Muttergottes, also der trauernden Maria mit dem toten Jesus auf dem Schoß. Die Signatur weist Joseph Franz Schuester als Künstler aus, der beide Gemälde 1791 schuf. Flankiert wird das Gemälde von den Bistumsheiligen Willibald und Walburga

Weithin bekannt ist die Madonna vom Spindeltal. Diese Figur wurde 1931 unter einem Wunder anmutenden Begebenheiten bei Grabungen in der Ruine der Spindeltalkirche gefunden und nach Ensfeld gebracht. Die Madonna wurde um 1340 geschaffen und ist dem Kreis um Schwäbisch Gmünd und Rottweil zuzurechnen. Möglicherweise handelt es um das Gnadenbild dieser Wallfahrtskirche. Die Figur findet sich auch im Ortswappen wieder.

An der Nordwand befindet sich die barocke Kanzel. Der Aufgang erfolgt über eine Treppe in der Sakristei. Der Korpus umschließt fünf Seiten eines Achtecks und ist bauchig und mit Stuck überzogen. In den fünf Feldern sind fünf gemalte Medaillons mit Christus und den vier Evangelisten angebracht. Auch die Rückwand und der Kanzeldeckel sind reich stuckiert. Der Zugang wird mit von einer (leeren) Stuckkartusche mit einem Putto darüber bekrönt, am Deckel eine Taube als Symbol des Heiligen Geistes. Am Korpus die Bezeichnung „I.E.1722“, die wohl auf Jakob Egg aus Eichstätt schließen lässt.

An der Südwand befindet sich einer stuckierten Nische eine Darstellung, wie die hl. Anna die hl. Maria lehrt, um 1780. Über dem Kircheneingang ist eine barocke Rosenkranzmadonna aus der Zeit um 1740 angebracht. Zwischen diesen beiden Plastiken findet man die Figur des hl. Aloysius von Gonzaga, dargestellt als Jesuit in Soutane und weißem Chorhemd. Die Figur dürfte aus dem 19. Jahrhundert stammen. Der Beichtstuhl an der Nordwand der Kirche scheint auf den ersten Blick eine Arbeit des Rokoko zu sein, stammt tatsächlich aber aus den 1930er Jahren. Darüber ist ein Brustbild mit der Darstellung des hl. Michael angebracht (18. Jahrhundert). Die Kirche verfügt zudem noch über eine Vielzahl von Grabdenkmälern vom 16. bis 20. Jahrhundert. An der südlichen Choraußenwand ist eine heute ihres Zeigers beraubte Sonnenuhr mit der Jahreszahl „1783“ angebracht.

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