Niederstimm_St_Ignaz.JPG
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Kirchenmauer St. Ignatius Niederstimm
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Gesicht Eingang Kirche Niederstimm
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Kapelle

St. Ignatius-Kirchlein

in Niederstimm bei Manching

Hin und her geschoben und doch immer am selben Fleck geblieben. Was absurd anmutet geschah der St. Ignatiuskirche in Niederstimm und mit ihr auch den Bewohnern der kleinen Ortschaft. Den ersten unfreiwilligen Grenzwechsel vollzog Niederstimm 1310 als vor rund 700 Jahre. Als sich Ober- und Niederbayern teilten kam der Ort nach Niederbayern  1522 übernahm Pfalz- Neuburg die Grundherrschaft und mit dem neuen Pfalzgrafen waren einschneidende Veränderungen in Glaubensdingen verbunden, denn 1522 bekannte sich der Landesfürst zum katholischen Glauben. 1542 wurde er lutherisch, 1546 folgte er aus politischen Gründen den Katholiken und 1552 wieder der lutherischen Liga. 

Gezwungenermaßen mussten alle Untertanen diesem Glaubensslalom folgen und so verwundert es nicht, dass 1619 erneut alle Einwohner zu Niederstimm vorgeladen wurden, um eine Erklärung zu ihrem Glauben abzugeben. Einer der Befragten gab vorsichtig zu Protokoll, er wolle erst seinen Gütlherrn, den Junker Otto Erlnpeckhen befragen und sich dann erst erklären. Die übrigen 15 Befragten erklärten sich bereit, zum nächsten Osterfest zur heiligen Beichte und Kommunion zu gehen, was einem erneuten zum Glaubensumschwung zum Katholizismus gleichkam. 

Unbeschadet von weltlicher Interpretation geistlicher Dinge, zeigte sich die Kirche des Ortes äußerlich in altem Kleid. Auf den Grundmauern  einer mittelalterlichen Marienkirche wurde die imposante Chorturmkirche gebaut, die ursprünglich der Maria geweiht war. Den neuen Patron Ignatius  erhielt die Kirche erst als der mehrfache Glaubenswechsel stattfand. Damals versuchten besonders die Jesuiten die Gegenreformation  voranzutreiben und da ihnen das Patronatsrecht über die Niederstimmer Kirche übertragen worden war, nannten sie,  sie sofort nach dem Namensgeber ihres Ordensgründers, Ignatius von Loyola. 

Zu den Besonderheiten der Kirche gehört das Südportal, in dem ein romanischer Kragenstein mit menschlichen Gesichtszügen eingebettet ist. Aus etwa gleicher Zeit dürfte der romanische Christuskopf stammen, der die nördliche Friedhofsmauer neben der kleinen integrierten Marienkapelle schmückt. 

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Adresse

Ortsstraße 40
85077 Niederstimm bei Manching

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